Aktuelles Landschaftsplan Einzelthemen Forum Kontakt
Landschaftsplan

Häufig gestellte Fragen

Was ist die rechtliche Grundlage für einen Landschaftsplan?

Nach § 13 Landesnaturschutzgesetz (LNatG-MV) erarbeiten die Gemeinden in Landschaftsplänen die örtlichen Erfordernisse und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege zur Vorbereitung von Flächennutzungsplänen. Die Aufgabe wird von den Gemeinden im eigenen Wirkungskreis wahrgenommen.

Die Aufstellung ist erforderlich bei Planungen,

  • die nachhaltige und großräumige Landschaftsveränderungen vorsehen
  • die den Zielen der überörtlich bedeutsamen Erholungsvorsorge dienen
  • die für die Sicherung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes oder des Landschaftsbildes bedeutsam sind.

Ist der Landschaftsplan für Gemeinde oder Bürger verbindlich?

Der Landschaftsplan ist eine Naturschutz- Fachplanung ohne eigene Rechtsverbindlichkeit. Er hat empfehlenden Charakter. Inhalte des Landschaftsplans werden verbindlich, wenn sie - nach Abwägung mit anderen Belangen - in den Flächennutzungsplan bzw. in Bebauungspläne übernommen werden.

Wenn der Landschaftsplan nicht absolut verbindlich ist - wozu dann Geld der Gemeinde dafür ausgeben?

Der Landschaftsplan gibt eine Entscheidungshilfe für die Gesamtheit aller die Gemeindefläche nutzenden Vorhaben. Er ist ferner auch hilfreich bei der Bentragung von Fördergeldern und in der Argumentation gegenüber den Kreis- und Landesbehörden sowie insbesondere gegenüber den für die Gemeinde von außerhalb herangetragenen Bauvorhaben. Mit dem Landschaftsplan verfügt die Gemeinde über ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Gemeindeentwicklung bei gleichzeitiger Naturerhaltung (umweltverträgliche Landschafts- und Ortsentwicklung).

Wie lange dauert es, bis der Landschaftsplan fertig ist?

Die Landschaftsplanerstellung dauert ca. 2 - 3 Jahre. Allein eine volle Vegetationsperiode wird benötigt, um die Tier- und Pflanzenwelt zu erfassen.

Wann soll der Landschaftsplan umgesetzt worden sein und wer soll diese Umsetzung durchführen?

Der Landschaftsplan stellt ein gemeindliches Entwicklungskonzept für die Dauer von etwa 10 - 15 Jahren dar. Der wichtigste Umsetzungsweg ist die Integration in den Flächennutzungsplan und in den Bebauungsplan sowie in weitere Pläne der Gemeinde. Weiterhin kann die Gemeinde die Inhalte des Landschaftsplans ihren Stellungnahmen zu Planungen und Maßnahmen anderer Planungsträger (z.B. Straßenbau, Wasserwirtschaft etc.) zugrundelegen. Der Landschaftsplan erleichtert die Standortentscheidung über erforderliche Ausgleichsmaßnahmen und -flächen. Neben der Umsetzung mit Gemeindemitteln gibt es für einzelne Maßnahmen auch Förderprogramme, mit denen der Eigenanteil der Gemeinde verringert werden kann. Selbstverständlich können auch Bürgerinitiativen, Privatpersonen und Naturschutzverbände zur Umsetzung der Ziele beitragen; z.B. durch Pflanzung und Pflege einheimischer Gehölze, Fassaden- und Dachbegrünung oder Anlage naturnaher Gärten.

Werden die Landswirte und Grundeigentümer quasi "enteignet"?

Die Umsetzung des Landschaftsplan kann nur mit Zustimmung der Grundeigentümer erfolgen - Freiwilligkeitsprinzip. Mit dem Landschaftsplan stehen den betroffenen Flächeneigentümern vielmehr nun geeignete Begründungen zur Beantragung von Förderprogrammen für den Naturschutz zur Verfügung. Dies erleichtert die Bewilligung von Fördermitteln.